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Altdeutsche Kunst
Doris Strack, Friedrich Strack
Abstract: Der Begriff »altdeutsche Kunst« ist weder bei G. noch bei seinen Zeitgenossen präzis zu bestimmen. Seit dem letzten Drittel des 18. Jhs. wird damit allgemein die deutsche Kunst des Mittelalters bezeichnet, die geographisch gesehen auch die Kunst der Niederlande einschließt (so auch G. an J.H. Meyer, 24. 4. 1817). Erstmals scheint G. das Wort »altdeutsch« 1772 in seinem Aufsatz Von Deutscher Baukunst gebraucht zu haben (WA I, 37, S. 150). Er spricht dort von »einer altdeutschen Kirche« und will wohl die seit Bramante und Giorgio Vasari »verrufene Benennung gothische Bauart« vermeiden (WA I, 27, S.275). G.s wechselvolles Verhältnis zur altdeutschen Kunst läßt sich exemplarisch an seiner Beurteilung der Architektur ablesen: Anfang der 70er Jahre an seinem Prosahymnus auf das Straßburger Münster; während der Italienreise als »Wut und Haß« des leidenschaftlichen Anhängers Palladios »gegen die gotische Architektur« (Boisserée 1978, S.241; vgl. auch WA I, 30, S. 135); nach 1810 an der Beschäftigung mit dem Kölner Dom, dem Freiburger Münster und der Oppenheimer Katharinen-kirche.